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02.-05.09.2021

Münster-Gelmer - Osnabrück

Unprofessionelles Stadtmarketing und die Erfindung des Pumpernickels

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal weiter Richtung Norden ab dem Kilometer 79 bis zur Abzweigung beim «Nassen Dreieck» bei Kilometer 108 und dann nach rechts in den Mittelland-Kanal bis Kilometer 30 zum ruhigen Stichkanal Richtung Osnabrück in den Yachthafen des Ortes gleiteten wir schleusenfrei über das Kanalwasser. Bei Kilometer vier des Mittelland-Kanales haben an einer Liegestelle ohne Vorkommnisse einmal genächtigt. Der Mittelland-Kanal mit seinen dreihundertfünfundzwanzig Kilometer Ausdehnung ist die längste künstliche Wasserstrasse Deutschlands. Er verbindet das Ruhrgebiet im Westen mit den Wasserstrassen im Osten und Berlin und vor allem in der vorletzten Jahrhundertwende, also vor dem ersten Weltkrieg, als Verbindung und strategische Erschliessung der Ostsee gedacht um diese Region mit Waffen, Ersatzteilen und Kohle aus den Regionen der Montanindustrie zu beliefern. An diesem Kanal sind auch heute noch massgebende Industrieorte zu finden. Liegen doch Hannover, Wolfsburg, Magdeburg und Braunschweig an dieser Strecke. Werden doch auch heute noch über zweiundzwanzig Millionen Tonnen Waren über diese Wasserwege transportiert.

Nun liegen wir im Hafen vor Osnabrück, in einer der achtzig Grossstädten Deutschlands mit etwas über hundertsechzig tausend Einwohnern. Die Marketing-Leute dieser Stadt machen es einem nicht einfach die Rosinen dieser Umgebung zu erahnen. Sind doch die negativ Meldungen auf der Home Page der Stadt sehr dominant. Von Terminabsagen, über komische Werbe-T-Shirts, dem Nicht-gelingen einer europäischen Ausschreibung für Lufttechnikanlagen in Sachen Corona Massnahmen und der Suche nach Tätern einer illegalen Alt-Pneu-Entsorgung im Wald. Da ist der Reiz klein sich diese Stadt näher anzuschauen. Marianne hat es sich aber nicht nehmen lassen die vom Hafen zwölf Kilometer entferne Stadt mit dem Rad zu besichtigen. Mit der westfälischen Friedensfindung, wie wir im Beitrag zu Münster bereits genügend beschrieben haben, kann man nicht fast fünfhundert Jahre Stadt Marketing in dieser Niedersächsischen Stadt betreiben. Hierzu lohnt sich doch noch den dreieckigen Marktplatz mit dem Rathaus das auch als Friedenshaus bezeichnet wird zu erwähnen. Eine hübsche Stadtmitte, hat meyne Marianne erzählt mit vielen Cafés, Restaurants, Läden und Kleinhandel. Laut Presse ist doch ein Stadtzentrum, dass mit dem vermehrten Einkauf über das Internet und die grossen Einkaufszentren an den Einfallstrassen und Autobahnkreuzen zu kämpfen hat. Zu guter Letzt hat auch noch Corona zu einigen Ladenschliessungen geführt. Am Sonntag haben wir uns im Hafen einen schönen faulen Sonntag eingerichtet. Dafür hatten wir viele Nachbarn, die unser Boot besichtigen wollten. Wir hatten sicher drei Führungen durchgeführt. Abends sattelten wir unsere Fahrräder und pedalten zum Italiener «Pico bello» im Nachbarstädtchen Hollage. Gut haben wir vorher reserviert. Die Beiz ist voll bis an den Rand. Und zusätzlich standen immer drei bis vier Personen an der Theke und warteten auf die Take-Away bestellten Pizzas und so weiter. Mit Vergnügen verspeisen wir ein Rinderfilet, eine Seezunge, einige Biere, etwas Rotwein und Prosecco und hatten volle sechsundfünfzig Euro auf der Rechnung. Unglaublich, in Zürich wären wir nicht unter hundertsechzig Schweizer Fränkli davongekommen.

Etwas Internationales gibt es noch aus Osnabrück zu berichten, den Pumpernickel. Im späten Mittelalter quellte ein Bäcker aus Osnabrück Roggenschrot und machte damit dieses Getreide backbar. Dieses sehr gut haltbare Brot, das auch Schwarzbrot genannt wird ist auch heute noch sehr delikat. Machen wir doch zum Beispiel kleine Häppchen mit gewürztem Frischkäse ein bisschen geräuchtem Lachs und einer Dill Garnitur drauf.

 

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Chrigel Hunziker und Marianne Ott