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07.-08.09.2021

Bad Essen – Minden

Ein Wasserstrassenkreuz, ein Aquädukt und Schiss vor Lithium-Jonenbatterien

Minden, eine Stadt mit rund achtzigtausend Einwohnenden in Ostwestfalen fuhren wir ganz einfach dem Kanal von Bad Essen her entlang auf Kilometer 97 an. Das markanteste an dieser Stadt ist das grosse Wasserstrassenkreuz. Queren sich doch hier der Mittellandkanal und die Weser, welche mit zwei getrennten Schleusen über dreizehn Metern Höhenunterschied miteinander verbunden sind. Mit der grossen fast vierhundert Meter langen Trog-Brücke aus Stahl, die Ende des letzten Jahrhunderts neben die alte Brücke, des etwa hundertjährigen Aquädukts gebaut wurde, ist der Mittelandkanal schwellen oder besser gesagt schleusenlos, oder nochmals anders gesagt kann auf dreihundertvierundsiebzig Kilometer auf dem Mittelland-Kanal frei gefahren werden. Imposant sind immer wieder Zahlen sind doch in der Brücke achtzigtausend Kubikmeter Wasser enthalten, die durch die Konstruktion und auf Pfeilern und oder Stützriegeln gehalten werden müssen. In Minden sind in der Nähe der Wasserbrücke zwei Pumpwerke installiert, die pro Sekunde zwanzigtausend Liter Wasser von der Weser in den Kanal pumpen und für einen Teil der Wasserhaltung dieses Kanals sich mitverantwortlich zeichnen. Visualisiert heisst das jeder Sekunde wird ein Sattelschlepper voller Wasser in den Kanal gekippt. Wow. Übrigens die Weser ist auch eine deutsche Binnenwasserstrasse und fliesst in der Nähe der Elbe in die Nordsee, dadurch hat der Mitteland-Kanal hier einen direkten Zugang zum grossen Meer. Mitten in Minden steht eine grosse Fabrikationsanlage. Auf alle Fälle fuhren wir mit dem Rad eine Weile am Betriebszaun vorbei. Als wir am Tor angeschrieben sahen, dass dieses das Tor achtundfünfzig ist, musste ich kurz bei Google nachfragen, was das für eine grosse Unternehmung ist. Wago ist eine Kontakttechnik Unternehmung, sie stellt elektrische Verbindungsteile her und sie seien die Erfinder der Federklemmtechnik. Einfach was mit Strom und der Interface Elektronik, aber mit über achttausend Mitarbeitenden.

2017, also vor 4 Jahren ist in dem Hafen in Minden, wo wir zur liegen ein Boot explodiert und über fünfzehn Feierwehrmänner wurden teilweise sogar schwer verletzt. Es war anscheinend ein Hybridboot das zuerst qualmte und dann in der Zeit der Löscharbeiten, bei deren zwei Feuerwehleute an Bord waren in die Luft flog. Im Internet habe ich keine Analyse gefunden, die bestätigt, ob das Boot wegen den Litium-Jonen Batterien der eingebauten Hybridtechnik in die Luft geflogen ist. Alle Vermutungen gehen aber in diese Richtung, so ist es mindesten in der Presse als eine der Ursachen beschrieben. Beim Einchecken und Bezahlen der Hafengebühr meinte der Hafenmeister, wenn er gewusst hätte, dass wir mit einem Hybridbot anlegen würden, hätte er uns nicht zugelassen. Wir durften trotzdem bleiben, sollten es aber dringend unterlassen mit anderen Menschen vor Ort über das Hybridboot und die Litium-Jonentechnik zu sprechen. Irgendwie verständlich, oder eben doch nicht, denn neunzig Prozent der Bootsbrände auf der Welt basieren auf undichten Gasleitungen, die für das Kochen an Bord installiert werden. Und keinem Menschen käme es in den Sinn ein Boot mit einer Gasflasche an Bord nicht in den Hafen zu lassen. Da es dann praktisch keine Boote mehr im Hafen hätte. Aber so reagieren halt die Menschen. Gerade in dieser Zeit, in der alle gerne Schauermärchen über die Elektroautos und ihre Batterien herumerzählen. Aber diese Geschichten dazu habe ich mir für einen anderen Tag vorgemerkt. Es wird interessant, das kann ich jetzt schon garantieren.

 

About the author

Chrigel Hunziker und Marianne Ott