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23.-24.08.2021

Düsseldorf - Oberhausen

Nach der Weltstadt so richtig unten durch

Am Sonntag verliessen wir Düsseldorf am Rhein Kilometer (RK) 743 Richtung Norden, also flussabwärts. Ein reger Berufsverkehr mit vielen Lastschiffen und einigen Fahrgastschiffen forderte für die Fahrt stetige Aufmerksamkeit. Die Sicht und das Wetter waren aber hervorragend. Bald erreichten wir Duisburg auf RK 780. Das Uferbild änderte sich allmählich vom Ex Regierungsstil von Bonn zu den kulturellen Facetten der Domstadt Köln über die geschäftige Mode- und Kunststadt Düsseldorf bis zum durch die alte Kohle- und Stahlindustrie aus der Fünfziger- und Sechziger-Jahren des letzten Jahrhunderts geprägten Duisburg.

Abzweigend über den Hafenkanal peilten wir die nächste Schleuse an, die zum Rhein-Herne-Kanal führen sollte. Bei der fünkischen Anmeldung staunten wir nicht schlecht, als uns mitgeteilt wurde, dass die nächste Schleusung erst im September stattfinden würde. Wir sollten doch aber über die Ruhr, die wir zurück über den Rhein erreichen könnten, den weiteren Weg nach Osten in Angriff nehmen. Über die Ruhr, die als Namensgeberin für dieses industrielle Gebiet diente, zweigte kurz nach Duisburg der Wasserweg in den angedachten Kanal ab.

Die Herausforderungen auf diesem Kanalsystem, dem einzigen Wasserweg Richtung Osten ausser dem Rhein-Main-Donau Kanal, sind die tiefen Durchfahrtshöhen der unzähligen Brücken für Strassen, Bahn, Fussgänger, Zweiradfahrer und Leitungen für Wasser, Dampf und andere Medien. Bereits zu Beginn der Fahrt auf der Ruhr klappten wir unseren Instrumententurm mit Radar, Nachtsichtkamera und Wetterstation auf das tiefste Niveau herab. Auf einer seitenlangen Liste sind alle Brückenhöhen bei Normal- und Hochwasserstand eingetragen. Die Niveaus können aber auch punktuell durch Schleusen ändern. So galt es bei jeder Durchfahrthöhe Vorsicht walten zu lassen, stellten wir doch bei einigen Brücken noch eine Distanz vom obersten Punkt des Schiffes bis zur Unterkante der Überfahrt nur noch rund zwanzig Zentimeter fest. Es galt also bei jeder Durchfahrt auf ruhiges Gewässer zu achten, können doch Wellen von anderen Schiffen schnell Mal zwanzig bis vierzig Zentimeter Höhenunterschied ausmachen. Um den effektiven Wasserstand im Bezug zur Parcosola so genau wie möglich zu verifizieren, hielten wir bei einer Brücke kurz an und massen mit dem Meter die wahre Höhe zwischen Brücke und Boot und interpretierten diesen Wert mit den in der Literatur angegebenen Werten. Logisch mussten wir diese Messung nach jeder Schleuse wiederholen, da die Stauung durch das Wehr wieder neue Basishöhen erzeugte.

Als nächste Station fuhren wir höhenmässig unbeschädigt in den Hafen von Oberhausen, Rhein-Herne-Kanal Kilometer 10, ein.

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Chrigel Hunziker und Marianne Ott