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27.-30.08.2021

Münster

Fahrräder, Tatort, Wilsberg und Studenten definieren diese Stadt

Zwei Themen fallen in Münster sofort auf. Als erstes steht Münster als die Fahrradstadt Deutschlands. Es gibt hier fast doppelt so viel Räder wie Einwohner. Es ist auch schön flach. Die Radwege sind sehr gut geführt und es ist teilweise auf der ganzen Breite der Strasse erlaubt zu fahren. Ebenso sind die Linksabbieger von den Radwegen, die dann über eine Hauptstrasse führen mit kleinen Lichtsignalen exzellent geführt. Leider gibt es in Münster aber auch die höchste Dichte von Fahrraddiebstählen. Das führt mich zur zweiten Auffälligkeit dieser fast so grossen Stadt wie Zürich. Münster ist eine Krimistadt. Wird hier doch der beliebteste Tatort gedreht. Das Ermittlerduo mit Kommissar Thiel (Axel Prahl) und der Pathologe Boerne (Jan Josef Liefers), die unterschiedlicher nicht sein können, aber trotzdem Tür an Tür wohnen, begeistern. Aber auch Privatdetektiv Wilsberg (Leonard Lansik), als Buchantiquariat mit stetigen Geldsorgen und seinem Ermittlerteam, ziehen stets Millionen von Zuschauern an. Zu erwähnen gilt noch, dass Wilsberg nun bereits seit sechsundzwanzig Jahren von Lansik gespielt wird.

Dazu spielte Münster bei der Friedensfindung für den dreissig-jährigen Krieg eine massgebende Rolle. Wurden doch diese Friedensverträge zum Westfälischen Frieden in Osnabrück und Münster fünf Jahre vorbereitet und 1648 unterzeichnet. Diverse Länder und Zwiste begleiteten diesen langen Krieg. Waren doch Frankreich gegen Habsburg, Franzosen gegen Spanier, Schweden gegen Dänemark daran beteiligt. Ebenfalls wurde damit auch der achtzig-jährige Krieg zwischen den Niederlanden und Spanien beendet. Diese Friedensfindung durch Dialog war damals neu und wurde in vielen nachfolgenden Verhandlungen als Beispiel verwendet. Wurden doch die Kriegsparteien erstmals gleichberechtigt und nicht nach ihrer Grösse oder Schlagkraft behandelt.

Ein alter Stadthafen wurde industriell leergeräumt und machte damit Platz für eine neue Ära von Wohnen, Arbeiten und Vergnügen. Coole moderne Architektur, zäunt das Hafenufer und lässt vor den vielen angesiedelten Restaurants und Partylokalen viel Platz, um am Gestade zu flanieren. Aber es hat auch wie in jedem umgebauten Hafen ein denkmalpflegerisches Relikt. Ein verrosteter Hafenkran. Vielleicht ist das etwas Besonderes, das den Ort des ehemaligen Warenhandels mit einem Kran gestaltet. Bei der Fahrt von Hafen zu Hafen und überall steht ein verrosteter Hafenkran,  wirkt das schon fast langweilig.

Dazu gehört Münster zu grössten Universitätsstädten Deutschlands, sind doch hier gegen fünfzigtausend Studenten am Studieren. Bemerkenswert ist, dass ein drittel sich an der juristischen Fakultät eingeschrieben haben.

Neuerdings sind in Münster immer mehr Wildpinkler unterwegs. Um der urinhaften Strassennässerei einhalt zu gebieten, hat die Stadtverwaltung Bussen von 50 Euro angedroht. 

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Chrigel Hunziker und Marianne Ott