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31.08.-01.09.2021

Münster zum Zweiten – Münster Gelmer

Eine kosmetische Tätigkeit in der Bord Toilette

Eine kosmetische Tätigkeit in der Bord Toilette mit einer Pinzette hatte arge Folgen, fiel doch das metallene und verchromte Instrument aus den Händen direkt in die Bord Toilette. Nicht wie in einem normalen WC zuhause, wo man das Hineingegleitete noch von oben sieht und es wieder, auch zwischen dem Scheissdreck, herausnehmen kann. Nein, es fällt direkt in den Häxler und dieser schreddert mit lautem Geräusch an dem metallenen Teil herum. Es hat zwar hier in der Gegend überall einige Boote. Aber so richtige Werften, wo man fachmännisch etwas reparieren lassen kann, sind dünn gesät. Trotzdem haben wir in Münster in einem Aussenstadtteil einen Yachtservice gefunden. Nach seinen eigenen Angaben der einzige im Umkreis von fünfhundert Kilometern. Sein Service war jedenfalls mehr als exzellent, hatte doch Stefan vom Yachtpark Münster, nach dem Mail am Samstagmorgen gleich zurückgeschrieben und sich für den Montagmorgen zur Behebung angemeldet. Wie vereinbart kam die Crew an den Hafenplatz Monasteria, um sich das Problem mal anzuschauen. Schnell stellten sie fest, dass die Schüssel demontiert werden müsse und dies am besten im Werkhafen dieser Unternehmung gemacht werden sollte. Aber ich war allein an Bord, meyne Marianne war für drei Tage nach Winterthur gefahren, weil sie dort an einer Konfrontations-Einvernahme durch einen Staatsanwalt, für einen ihrer Klienten teilnehmen wollte. Gut, sagte ich zu Stefan, aber ich fahre mit diesem Schiff nicht allein durch die Schleuse, da benötige ich einen Matrosen. Kein Problem meinte er und wir fuhren miteinander von Münster Hafen Monasteria (Dortmund-Ems-Kanal KM  71) zum Yachtparkhafen Münster Gelmer. (DEK KM 79) über die Schleuse Münster. Mit riesigem Interesse hat sich Stefan die in der Parcosola eingebaute Hybrid-Technik angeschaut. Er wollte fast nicht mehr aus dem Motorenraum aussteigen. Auf alle Fälle hat dann Andreas, ein Bootsbauer, das WC demontiert und die Pinzette herausgenommen. Er hat sehr feinfühlig gearbeitet. Anders als in einem normalen Bad, wo man die Keramikteile einfach demontieren kann, musste mit einen Teppichmesser die eingeklebte Schüssel herausgeschnitten werden. Leim ist im Boots- wie im Automobilbau heute eine normale Verbindungs- und Montagetechnik. Anscheinend sind auch in einem neuen Mercedes bis zu vierzig Kilogramm Klebstoff verbaut. Nach dem Entfernen der Pinzette wurde das Teil wieder perfekt eingebaut, eingeklebt und mit Silikon abgedichtet. Super Service. Wunderbar geht die WC-Anlage wieder, mussten wir doch in der Zwischenzeit auf das zweite Klo ausweichen, welche weder eine WC-Unterdusche noch einen beheizten Sitz hat. O.k. vielleicht kommt die Meinung auf, wir hätten verwöhnte Ärsche, aber wenn du dich morgens auf dem kalten Schiff auf eine warme Brille setzt und dann noch mit einer Düse mit lauwarmem Wasser den Arsch abwäschst - dadurch auch keine Tarzanjetten, das sind die kleinen «Böppeli», die du nie mit Papier abwaschen kannst und an den Arschhaaren wie Tarzan hin und her schwingen - ist das ein wunderbarer Start in den Morgen.  

 

 

 

 

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Chrigel Hunziker und Marianne Ott