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06.09.2021

Osnabrück – Bad Essen

Kleines Dorf mit grossem Hafen

Von Osnabrück den kleinen Stichkanal zurück zum Mittelandkanal und weiter nach Bad Essen bis Kilometer 62 des Mittellandkanals. Ein Dörfchen mit weniger als zehntausend Einwohnern, aber einer schicken neuen Hafenanlage. Offen, nichts ist abgesperrt oder eingezäunt. Als östliche Begrenzung eine schön integrierte Wohnsiedlung als Abschluss, gegen Westen alles offen. Ein Einheimischer meinte, der letzte Gross-Getreidesilo sei als Industrie- oder Agrardenkmal zum Opfer gefallen. Nun seien aber alle froh, dass der Platz eine wunderbare Grosszügigkeit ausstrahlt. Mit viel Weglassen hat der Hafenplatz eine schöne Grosszügigkeit erreicht, die nicht so recht zur Kleinheit des Dorfkerns und der einfachen Riegelbauten passt. Viele Fachwerkbauten prägen den Dorfkern. Diese sind aber statisch sehr einfach gestaltet, haben doch nur wenige sichtbare Windverbände, das heisst schräge Stützen in den sonst sehr orthogonal gestalteten statischen Holzkonstruktionen. Über einigen Eingangstoren stehen gross die Namen der Besitzenden, mit Erstellungs- und Renovationsjahr. Hoffentlich halten die Ehen bis zur nächsten Renovation! Aus früheren Zeiten sei dieses Dorf eigentlich als Luftkurort für die reichen Bremer oder Ruhrgebietler angedacht, wollten doch die Menschen früher auch mal aus der schwarzen Lunge raus. Das ante verbum «Bad» hat das Dorf für die Solequelle erhalten, welches in einem Schwimmbad genossen werden kann. Auf einer Seite befasst sich das Dorf mit Slow Living, das heisst aber auch, dass auf der anderen Seite nichts los ist. Aber beim edlen Griechen haben wir ebenso getafelt. Mit Stofftischtuch und ebensolchen Servietten.

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Chrigel Hunziker und Marianne Ott